Schilddrüsenfunktionsstörungen und Schilddrüsenerkrankungen in der Praxis

Ärztliches 1 x 1 der aktuellen Diagnostik und Therpie

Die Schilddrüse steuert unseren Stoffwechsel. Die Mitochondrien in unseren Körperzellen erzeugen unsere „Energie“ und unsere „Körpertemperatur“. Sie „verbrennen“ Glukose und Sauerstoff. Ähnlich einem Automotor, der verbrennt Benzin und Sauerstoff.   Man kann aber genügend Glukose und Sauerstoff haben, einen großen Vergaser auf seinem Automotor und viel Sauerstoff: es passiert nichts. Beide Reaktionen benötigen einen „Zündfunken“, einen Katalysator für die Verbrennungsreaktion. Wenn man vereinfacht ausgedrückt sagt, alle die Milliarden Mitochondrien in einem menschlichen Körper sind unser „Motor“, so kann man auch sagen, das Gaspedal für diesen Motor ist das Schilddrüsenhormon. Wenn man nicht genug „Gas gibt“, so produziert unser Motor nicht genügend Energie.

1.1 Hypothyreose

Typische Symptome bei zu wenig Schilddrüsenhormon:

  • Kälteempfindlichkeit, keine ideale Körpertemperatur von 36,8 Grad Celsius, kalte Hände und Füße
  • Myxödem, aufgedunsenes Gesicht, Haut, Muskulatur durch Mucin-Einlagerung
  • Kretinismus, Minderwuchs, Wachstumsstörungen, Idiotie, Taubstumm
  • Entwicklungsstörungen der Genitale
  • Chronische Schmerzen, Muskel und Gelenke
  • Osteoarthritis, Carpaltunnelsyndrom, Arthrose
  • Koronare Herzkrankheit, Atherosklerose
  • Alzheimer, Demenz, mentale Störungen, Verlust des Kurzzeitgedächtnisses
  • Bipolare Störung, manisch-depressive Störung, Schizophrenie
  • Akne, Hautveränderungen, Haut- und Haarprobleme
  • Verdünnung der Augenbrauen zur Seite, auch der Wimpern und Lider
  • Unfähigkeit Gewicht abzunehmen, Fett auf Hüften und Mons pubis
  • Hornhaut an den Fersen
  • Häufig Verstopfung, Verdauungsstörungen
  • Herabgesetzte Leistungsfähigkeit, chronisches Fatigue Syndrom
  • Depressive Verstimmung
  • Herabgesetzte Libido
  • Menorrhagie, Regelblutungsstörungen, zyklische Migräne
  • Erhöhtes Cholesterin

 

Schilddrüsen Probleme durch Unterfunktion können Frauen in verfrühte Menopause schicken. Schilddrüsen Probleme verschlimmern möglicherweise perimenopausale- und menopausale Beschwerden. SD-Unterfunktion kann zur Verstärkung der Symptome von Oestradiol-Dominanz bei Progesteronmangel wie heftigen Periodenblutungen, Hitzewallungen, Brustspannen, Bauchschmerzen, Migräne etc. führen. Möglicherweise landen Patienten auf dem OP-Tisch zur unnötigen Entfernung Ihrer Gebärmutter. SD-Probleme haben Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Sie beeinflussen massiv den Stoffwechsel und das führt zu Gewichtszunahme (Bauchfett) trotz weniger Kalorien. SD-Unterfunktion kann depressiv und gestresst machen oder beides. Es werden Antidepressiva, Beruhigungsmittel und Schlaftabletten verordnet. Das Gedächtnis schwindet, die Gedanken sind vernebelt, Symptome wie bei Alzheimer. SD-Unterfunktion ist meist auch die Ursache für erhöhtes Cholesterin und Triglyceride. Der Blutdruck kann ansteigen. Häufig Hypoglykämie, Haarausfall, Hautprobleme, keine Energie, Fatigue-Syndrom, Schlafstörungen etc. Bei ausgeprägter Hypothyreose klagen die Patienten zudem oft über starke Gelenk- und Muskelschmerzen. Typisch dann oft auch ein Myxödem.

 

Diagnostik: Anamnese, Labor: fT3, fT4, TSH, Jod, Vitamin D3, Selen, CRP, TPO-Ak., TRAK bei menopausalen Frauen auch (aus dem Speichel) Oestradiol, Progesteron, Testosteron, DHEA und Cortisol, sowie kl. BB, Kreatinin, Eisen, Ferritin, Vitamin B 12 und Leberwerte

 

Therapie: entsprechend dem Defizit: T3, T4, T3 & T4 Kombination, Jod, Selen, Vitamin D3, B 2, B 3, B 6, B 9 und B12 und gegebenenfalls menschen-identische Steroidhormone.

Cave ! : bei Corstisol-Mangel und Nebennierenfunktionsstörung (Adrenal-fatigue) muss vor Gabe von Schilddrüsenhormonen immer erst die adrenale Störung therapiert werden

1.2 Hyperthyreose

Zuviel Schilddrüsenhormon (Hyperthyreose) führt zu „erhöhter Drehzahl des Motors“: Schneller Herzschlag, innere Unruhe bis hin zu Panikattacken sind die Folge, aber auch Gewichtsabnahme, Schwitzen, feines Fingerzittern (Tremor), Heißhunger etc. Dem liegt häufig ein „Autonomes Adenom“ zu Grunde. Ein Bezirk in der Schilddrüse, der nicht auf die körpereigenen Rückkopplungsmechanismen reagiert und ungezügelt SD-Hormon produziert. Eine Hyperthyreose ist aber eher selten. Akute Hyperthyreose findet man oft bei akuter Autoimmun-Thyreoiditis Hashimoto oder bei M. Basedow.

 

Diagnostik: Labor gleich 1.1 (siehe oben) zusätzlich EKG, Langzeit-EKG

 

Therapie: Thyreostatika, ggfs. β-Blocker, sicher Vitamin D3 (5.000 I.E. täglich)

 

In unserer Praxis messen wir regelmäßig konsequent den „Jodspiegel“ sowie den Vitamin D3 Spiegel bei den Patienten mit Schilddrüsenfunktionsstörungen, da beide bei Autoimmun-Schilddrüsenentzündungen stark erniedrigt sind. Bei Messung von mehr als 3.000 Patienten in den letzten 8 Jahren zeigte sich:

 

Mehr als 90% der SD-Patienten bei uns in Darmstadt (Süddeutschland) haben einen deutlichen Jodmangel und 100 %, das heißt alle, haben einen Vitamin D Mangel (die allermeisten auch eine Gluten-Intoleranz sowie Laktose Unverträglichkeit).

 

In der Schilddrüse wird das Hormon T4 durch Anlagerung von 4 Jod Atomen an das Eiweiß Thyrosin gebildet. T4 ist aber nicht das „Gaspedal“, nicht das aktive Hormon. T4 wird zum größten Teil in der Leber zum aktiven Hormon T3 (ein Jod Atom wird entfernt) umgebildet.

 

T3 ist das aktive Hormon für unseren Stoffwechsel. Häufig findet man eine sogenannte Konversionsstörung von T4 nach T3, wobei typischerweise das T4 deutlich (durch Gabe von unnatürlichem L-Thyroxin®/ T4) erhöht ist, aber das entscheidende aktive T3 niedrig.

 

Ein weiteres Hormon ist das TSH, das Schilddrüsen (englisch: Thyroid Stimulating Hormon). TSH ist somit das Steuerungshormon. Im Gehirn (Hirnanhangdrüse) befindet sich ein „Sensor“, der den SD-Hormonspiegel registriert. Wenn genügend Hormon vorhanden ist, so wird nur ganz wenig TSH ausgeschüttet. Bei zu wenig Hormon wird TSH ausgeschüttet, um die Schilddrüse zur Hormonproduktion anzuregen. Die Beurteilung der Schilddrüsenfunktion allein anhand des TSH ist falsch, da das TSH häufig deutlichen Schwankungen unterliegt. TSH hat keine Bedeutung mehr und ist überflüssig für die Beurteilung der Schilddrüsenfunktion. Der TSH Tests stammt aus den 60iger Jahren.                                                         

Entscheidend ist die Bestimmung von fT3 und fT4 und TSH

Die häufigste Ursache für eine Funktionsstörung der Schilddrüse ist eine Autoimmun-Entzündung (Hashimoto Thyreoiditis), durch die der Körper langsam eigenes Schilddrüsengewebe zerstört und dadurch eine Unterfunktion entsteht. Eine generalisierte SD-Überfunktion (Morbus Basedow / englisch: Graves disease) kommt zum Glück selten vor und bedarf natürlich einer thyreostatischen Therapie ggfs. sogar einer operativen Therapie. Für die biochemische Synthese der Schilddrüsenhormone sind unter anderem wichtig:   Selen, Jod, und Vitamin B2 und B3, Glutathion, H2 O2, sowie verschiedene Enzyme (z. Bsp. die Thyreoperoxidase). Zusätzliche Information liefert eine Ultraschall Untersuchung oder auch (aber nur in speziellen Fällen wie einem autonomen Adenom oder einer Struma) ein Schilddrüsenszintigramm. Diese Untersuchungen werden nach meiner Ansicht unnötigerweise viel zu häufig durchgeführt. Insbesondere sollte man immer die Indikation für die Zufuhr radioaktiver Substanzen ganz strikt handhaben und deshalb ein Szintigramm nur dann veranlassen, wenn unbedingt notwendig. Beste Therapieerfolge bei SD-Unterfunktion (T3 unter 3 pg/dl) erreicht man mit der Gabe eines Kombinationspräparates, das T3 und T4 enthält (z. Bsp. Thyreogland® (mikronisierte Schweineschilddüse) oder Novothyral®) aber auch T3 (Thybon®) und L-Thyroxin® frei kombiniert oder L-Thyroxin® alleine, zusätzlich Jod/Jodid, Selen und B-Vitamine, möglichst 3 mal pro Woche eine Fischmahlzeit, sowie Verwendung von bestem Meersalz (Fleur de Sel, Maldon`s Sea Salt ) anstatt minderwertigem Kochsalz, das im Grunde nur gebleichtes Natriumchlorid ist, mit chemischen Zusatzstoffen versetzt, wie Trennmittel und etwas künstlich zugesetztem Kaliumjodat und häufig leider auch Fluor. Jod gehört zur Gruppe der Halogene im chemischen Elemente-System.

 

Zu dieser Gruppe gehört auch Fluor, Brom und Chlor.  Alle diese Stoffe sind giftig für den Menschen und sollten möglichst vermieden werden.                                                                                                

 

Meiden sollte man unbedingt deshalb Fluor (z. Bsp. in Zahncreme und vielen Medikamenten), Brom (z. Bsp. in Pestiziden, Plastikprodukten, Matratzen, Teppichboden, Haarfärbemittel, Desinfektionsmitteln aber auch in manchen Asthmasprays, in den USA auch im Brot!) sowie Chlor, das leider überall in Reinigungs- und Bleichmitteln Verwendung findet sowie in vielen giftigen chemischen Substanzen, die wir zu leichtfertig verwenden (z. Bsp. Perchlorat), denn diese Halogene konkurrieren mit dem Jod um die Bindung am Transporteiweiß, das Jod im Körper verfügbar macht.  Möglicherweise eine zusätzliche Ursache für den häufigen Mangel an Jod im Körper. Manche Patienten tolerieren die Gabe von T3 nicht gut (denn das aktive Hormon ist ja sofort wirksam), so kann man auch mit T4 (L-Thyroxin®) wie meist üblich therapieren oder mit einer freien Kombination von T3 und T4.  Am besten mikronisierte gefriergetrocknete (dessicated) Schweineschilddrüse (Thyreogland ®), denn dieses kommt den menschlichen Hormonen biochemisch am nächsten. Wir haben damit hervorragende Ergebnisse bei unseren Patienten. Das war bis in die 60iger Jahre die übliche Therapie; dann kam Big Pharma mit synthetischen und damit patentierbaren T4 Präparaten. Zum Schaden für die Patienten.

 

Man sollte immer die Hormone freies T3 (das aktive Hormon für den Stoffwechsel), freies T4 (das von der SD gebildet wird und dann zu T3 umgewandelt wird) bestimmen. Bei Verdacht auf ein Autoimmungeschehen sollte man auch die entsprechenden Antikörper (TPO-AK und Trak-AK) bestimmen. Entscheidend für eine optimale SD Funktion ist ein hohes fT3 (im oberen Normbereich, > 3,2 pg/ml), ein fT4 im Normbereich (> 1,1 pg/ml) und (wenn es bestimmt wurde) ein niedriges TSH (im untersten Normbereich < 1,0). Entscheidend auch die Körpertemperatur (36,8 ° Celsius) und das Befinden der Patienten. Diese Werte ergeben sich aus der Erfahrung unserer Praxis mit mehr als 5.000 Schilddrüsenpatienten, darunter ca. 1.600 mit Autoimmun-Thyreoiditis Hashimoto. Leider sind die üblicherweise vorgegebenen Referenzbereiche der Labors nach unserer Erfahrung absolut realitätsfremd zum Schaden für so viele Patienten. Die unteren Referenzbereiche für T3 und T4 sind zu niedrig und der obere Wert für das TSH viel zu hoch. Entscheidend ist aber auch eine ausgeglichene Balance der Steroidhormone: Testosteron, Progesteron und Östrogen, da diese die Wirkung der SD Hormone stark beeinflusst. Oestrogen-Dominanz bei Progesteron-Mangel beeinflusst die Wirkung der Schilddrüsenhormone und kann zu Zeichen der SD-Unter-funktion führen, was wir öfter bei menopausalen Frauen sehen.

(Literatur: Dr. med. John Lee: 1. Natürliches Progesteron, 2. What your doctor may not tell you about menopause)

 

Wir erleben bei den Patienten in unseren Arztpraxen eine Epidemie von Schilddrüsen-funktionsstörungen in Deutschland. Insbesondere Frauen leiden häufig an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die entweder zu einer SD-Unterfunktion (Hashimoto Thyreoiditis) oder zu einer Überfunktion (Morbus Basedow) führt. Unter den Ursachen sind Jodmangel in unseren Nahrungsmitteln, Vitamin D3-Mangel und Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. Bsp. Gluten/Gliadin und Laktoseintoleranz). Während der letzten 5 Jahre konnten wir bei meisten unserer über 1.500 Hashimoto Patientinnen immer folgende 3 Basics feststellen:

  • Vitamin D3 (25 OH) Mangel, meist schwerer Mangel
  • Jodmangel
  • Glutenunverträglichkeit

100 % der Menschen in Süddeutschland haben Vitamin D Mangel und 90 % Jodmangel. Diese Zahlen liegen die Erfahrungen mit mehr als 3.000 Schilddrüsenpatienten in unsrer Praxis in den letzten 6 Jahren zu Grunde. Gleiche Zahlen kommen von meinem Kollegen Dr. Brownstein aus Michigan in den USA. Michigan liegt im „goiter belt“, also dem „Kropf-Gürtel“ der USA. Auch dort haben 90 % der Bevölkerung einen Jodmangel.

(Literatur: Dr. med. David Brownstein: Overcoming thyroid disorders).

 

Vor Jahrzehnten hatte man erkannt, dass Jodmangel die Ursache für die damals häufige Kropfbildung (Struma) und für Kretinismus (Debilität durch irreversible Schädigung des Gehirns von Kindern durch Jodmangel und SD-Hormonmangel während der Schwangerschaft) war und hat seitdem Jod dem Kochsalz zugesetzt. Offenbar ist aber die Jod-Substitution in Vergessenheit geraten. Wir sehen zwar weniger „Kröpfe“ und Kretinismus bei Kindern, aber die Jodversorgung der Menschen in Süddeutschland ist sicher viel zu gering.

 

Jod gehört zur Gruppe der Halogene im chemischen Elemente-System.

Zu dieser Gruppe gehört auch Fluor, Brom und Chlor.  Wie bereits erwähnt: Alle diese Stoffe sind giftig für den Menschen und sollten möglichst vermieden werden, denn sie sind chemisch Jod sehr ähnlich und blockieren die Aufnahme von Jod an den Rezeptoren.

 

Jod: Elementares Jod und Jodid werden im Magen-Darm-Trakt durch „Halogen-Kanäle“ aufgenommen. Jod gelangt dann durch Diffusion in die Zellen. Im Körper wird Jod durch ein NIS (Natrium-Jod-Symporter) System transportiert. In der Zelle wird Jod zwei wichtigen Reaktionen unterzogen. Es wird sowohl oxydiert als auch organifiziert (gebunden an ein organisches Molekül). Jod im Überschuß kann an Lipide (Fette)und Eiweiß gebunden werden. Aus der Verbindung von Jod an das Fett-Molekül Lakton führt zur Entstehung einer fettartigen Substanz: ɗ (delta)-Jodolakton. ɗ -Jodolakton ist eine Schlüsselsubstanz für die Apoptose (progammierter Zelltod) und Zellwachstum in der Schilddrüse. Apoptose ist ein extrem wichtiger Vorgang im Körper. Alle Zellen, wie auch alles Leben, haben eine begrenzte Lebensdauer. Alles Leben hat eine Wachstumsphase, eine Vermehrungsphase und eine Absterbephase. Eine abgestorbene Zelle wird durch eine neue Zelle ersetzt. Ohne Apoptose teilen sich Zellen unaufhörlich. Rätselhafterweise haben Krebszellen keine Apoptose. Das bedeutet: Die Entstehung von ɗ-Jodolakton bedeutet Schutz vor Krebsentstehung und das heißt: eine gute Jodversorgung ist absolut notwendig 1,2,3.  

 

Die Diskussion um zu viel - oder zu wenig Jod wird sehr kontrovers geführt. Fakt ist, die von der WHO (Welt - Gesundheits - Organisation) ermittelte notwendige Menge der täglichen Jodaufnahme (RDA) ist mit nur 150 mcg/Tag angegeben.        

 

Japaner nehmen mit ihrer Nahrung ca. 13,8 mg Jod pro Tag auf, damit ca. 100 x so viel wie von der WHO empfohlen.

 

An welchen Erkrankungen leiden aber Japaner erstaunlicherweise wesentlich weniger als US Amerikaner oder wir Europäer:

  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Brustkrebs
  • Eierstockkrebs
  • Gebärmutterkrebs
  • Zystische Veränderungen der Brustdrüsen bei Frauen
  • Und weniger Prostatakrebs
    (Quelle: Iodine, why you need it, David Brownstein M.D., Michigan/USA)

 

Wenn 90 % der Menschen in Süddeutschland einen Jodmangel haben und 100 % einen Vitamin D3 Mangel, so ist zu fordern, den Menschen von Kindheit an mehr Jod und Vitamin D3 zu geben. Es könnten sicherlich enorme Summen Geld im Gesundheitssystem gespart werden. Das Gesundheitsministerium und die Krankenkassen sind gefordert! Big Pharma hat natürlich dafür kein Interesse, denn Jod und Vitamin D kann man nicht patentieren.

 

Ich fordere deshalb: Alle Bürger sollten von Kindheit an präventiv Vitamin D und Jod bekommen.

 

Aber unser Gesundheitsministerium kümmert sich lieber um andere Dinge und hoffentlich um ein Verbot von Glyphosat und anderen Pestiziden.

Zusammenfassung:

Der Biochemie-, der Diagnostik- und Therapie von Schilddrüsenfunktionsstörungen muss von ärztlicher Seite wesentlich mehr Beachtung geschenkt werden.  Wir erleben eine Epidemie von Schilddrüsenfunktionsstörungen, meist in Form einer Unterfunktion und diese sehr oft nach abgelaufener Autoimmun-Thyreoiditis Hashimoto.  Ca. 90 % der Menschen in Süddeutschland leiden an Jod-Mangel, 100 % leiden an einem Vitamin D3 Mangel und sehr viele zusätzlich an einer Gluten- / Gliadin - und Laktose Unverträglichkeit. Man sollte deshalb unbedingt bei den Patienten auch Jod, Selen- und Vitamin D3 Spiegel bestimmen. Bei menopausalen Patientinnen sollten auch die Steroidhormon-Spiegel bestimmt werden (Messung im Speichel ist wesentlich exakter als aus dem Serum).  Die Referenzbereiche für fT3, fT4 und TSH (die offenbar von Labor- Ärzten festgelegt wurden, die von realer Medizin keine Ahnung haben) bedürfen dringend der Überarbeitung, damit die SD-Hormon-Spiegel bei mehr Patienten korrekt eingestellt werden. Entscheidend ist in jedem Falle das Wohlbefinden des Patienten. Wie schon früher einmal (leider schon sehr lange her wegen der damals häufigen Strumen, des häufigen Kindstotes nach der Geburt und des Kretinismus bei Kindern infolge Jod-Mangels) sollte über eine öffentliche Versorgung der Bevölkerung von Kleinkindheit an mit Jod und Vitamin D3 nachgedacht werden.

 

Unsere Therapieempfehlung:

Mikronisierte Schweineschilddrüse z. Bsp. Thyreogland®, Jod/Jodid 12,5 bis 50 mg, Vitamin D3 5.000 I.E. tgl., Vitamin B 2, B 3, B 6, B 9 und B 12

 

Literatur:

Dr. med. David Brownstein: Iodine why you need it     *****      

Eur. J. of Endocrin. 132.735-43, 1995Horm.        

Dr. med. David Brownstein: Overcoming Thyroid Disorders   ***** 

Dr. med. Mark Starr: Hypothyreoidism Type II           *****

Dr. med. Axel Bolland, Pro Gesundheit – Contra Gluten  ***                                      

Dr. med. Brownstein: Salt your way to health

Dr. med. OB Barnes: 1.) Heart Attack Rareness in Thyroid treated Patients  und 2.) Solved, The Riddle of Heart Attacks  

Dr. med. Michael Platt: Die Hormonrevolution, englisch: The Miracle of Bio-identical Hormones *****  

Dr. med. Jonathan Wright: Bio-identische Hormone 

Dr. med. John Lee: What your doctor may not tell you about menopause *****

Dr. med. John Lee: Natürliches Progesteron   

Prof. Dr. oec. troph. Nicolai Worm: Heilkraft D

Dr. med. James Wilson: Adrenal fatigue, the 21 st. century stress syndrome

Kyra Hoffmann, Sascha Kauffmann, Jod- Schlüssel zur Gesundheit     *** 

Jerry Tennant M.D., Healing is Voltage (geniales Buch) *******

Dr. med. David Brownstein, Drugs that don’t work and natural Therapies that do ******  

 

 

© Jochen Armbruster

 


Für unsere Patienten mit Schilddrüsenfunktionsstörungen

Die Ursache für Therapieprobleme bei der medikamentösen Einstellung der Schilddrüsenhormone sind die Angaben der realitätsfremden falschen Referenzbereiche für die Hormone fT3, fT4 und TSH durch das Labor.

 

Leider kann man Thyreogland® zurzeit nur auf Privatrezept verordnen, da die gesetzlichen deutschen Krankenkassen dieses Medikament als unwirtschaftlich einstufen und mit Regress drohen, da es teurer ist, als synthetisches, unnatürliches, L-Thyroxin®, welches meistens im Körper schlecht in das aktive T3 umgewandelt werden kann. Diese Beurteilung und Entscheidung schadet aber massiv den Versicherten/Patienten und zeugt von mangelnder Kenntnis der Biochemie der Schilddrüse.  In den USA ist natürliches SD-Hormon eine Standardtherapie als „Armour Thyroid®“.

 

Anzustrebende Zielwerte für die Schilddrüsenhormone im Blut sind nach unserer Erfahrung bei mehr als 8.000 Patienten mit Schilddrüsen Funktionsstörungen, dazu bei mehr als 1.800 Patienten mit Hashimoto-Autoimmunentzündung der Schilddrüse:

  • freies T3                           3,5 pg/ml
  • freies T4                           1,2 pg/ml
  • TSH                     unter < 1,0 µlU/ml, wobei das TSH nicht allein zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion herangezogen werden kann, was aber sehr häufig zum Schaden für die Patienten gemacht wird. Man muss immer fT3 und fT4 bestimmen.
  • Körpertemperatur       36,8 °Grad Celsius
  • Und natürlich das Befinden der Patienten

Werte in pmol/ml kann man durch Multiplizieren mit 0,649 in pg umrechnen.

 

Bei Hashimoto ist das TSH nicht verwertbar, da es sowohl hoch oder niedrig sein kann. Entscheidend ist das aktive Hormon für unseren Stoffwechsel, das T3. Vor Beginn einer Schilddrüsentherapie sollte man auch immer den Jod- und den Vitamin D-Spiegel bestimmen. Die wichtigsten Ursachen der Schilddrüsen Autoimmunentzündung Hashimoto sind: Gluten Sensitivität, Jod-Mangel und Vitamin D-Mangel

 

Wir Ärzte müssen immer die Ursachen einer Erkrankung finden und behandeln und nicht die Symptome (letzteres mag Big Pharma)